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Mitte Mai 2020

Das Home office lockert sich. Kürzlich hatte ich zum ersten Mal wieder einen kleinen Ausflug gemacht und bin in die Kartause Ittingen nach Warth TG gereist. Die Künstlerkartause hatte einen Gast, den Walliser Künstler Vincent Fournier. Er lebte den Covid19-lock down in seinem kleinen Häuschen, malte und hat ein Kunstwerk in den angrenzenden Weinberg installiert. Die Himmelseiter ins Paradies. Die bestehende Treppe durch den Rebberg hinauf besteht aus 185 Stufen, die alle vom Künstler mit einem blauen Brettchen verkleidet wurden. So zieht sich ein hellblaues Band durch das Grün der Reben und verbindet sich am oberen Ende der Treppe mit dem Blau des Himmels. Der Lauf der 185 blauen Stufen wird von Figuren und Sprüchen aus der Bibel oder aus spirituellen Schriften gesäumt. Oben angekommen, schweift der Blick über das Tal der Thur. 

Die Installation Die Himmelseiter ins Paradiesvon Vincent Fournier ist noch bis Ende 2020 zu sehen. 

Die von mir kuratierten Ausstellungen Catalogue d’oiseau von Elisabeth Strässle und Snow Management von Melanie Manchot im Kunstraum Kreuzlingen gehen am 15. bis 17. Mai 2020 noch einmal für drei Tage auf!

Vincent Fournier: Himmelsleiter zum Paradies,
Kartause Ittingen, Rebberg, bis Ende 2020 (Photo Sibylle Omlin)

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Mitte April 2020

Vor einem Monat bin ich von der Riederalp heruntergekommen, weil der Bundesrat den Lockdown angekündigt hatte. Wir waren nochmals im Schnee; die Skilifte und die Beizen gingen von einer Stunde auf die andere zu. Dann ab ins Home office. Nun, der Bundesrat hat diese Woche erste Lockerungen für den COVID19-Lockdown angekündigt. Das Zuhausebleiben erhält so vielleicht bald wieder ein wenig Abwechslungen. Doch die Langsamkeit hat etwas Schönes. 

Nach wie vor kann ich jeden Tag einen kurzen Spaziergang machen und mit dem Nachbar und seinem Hund – 2 Meter Abstand! –  spazieren gehen. Ich kann mich in meinem Minigarten mit Samen und Töpfen austoben und den Steckbohnen beim Wachsen zuschauen. Sogar die Rebe zeigt schon erste Blätter. So bin ich in diesem Monat Gärtnerin und auch Köchin geworden. Ich fotografiere meinen Salat, weil die Zutaten so schön aussehen, und lerne wieder einmal, neue Dinge im Backrohr zu backen.

Kürzlich war ich in Nyon am Festival Vision du Réel und habe mir den Film über Jan Jedlicka, Spuren einer Landschaft/Traces of a Landscape, von Petr Zaruda gesehen. Das war eine gute Stunde mit langsamen Bildern und einer schönen Erzählung von Jan auf Tschechisch. Jans neues Fotobuch 200 m im Steidl ist eine schöne Sehbegegnung mit einem Stück Landschaft in Italien.

Jan Jedlicka, 200 m, Verlag Steidl, Göttingen